Deutsch-indische Unternehmensnetzwerke

Anfang 2016 waren 21 Unternehmer und Manager aus Indien für vier Wochen in Hamburg, um den deutschen Markt zu erschließen und ein Netzwerk von potentiellen Geschäftspartnern aufzubauen. Um diesem Ziel näherzukommen, nutzten die Teilnehmer neben den zahlreichen individuellen Geschäftsterminen in ganz Deutschland viele weitere Möglichkeiten des Programms.

Besuch der Handelskammer Hamburg

Bereits am zweiten Tag besuchten die indischen Manager die Handelskammer Hamburg, wo sie neben dem dortigen India Desk auch die Hamburger Wirtschaftsförderung (HWF) kennenlernten. Die beiden Institutionen sind traditionell gut mit der Hamburger Wirtschaft vernetzt. Hier erfuhren sie einiges über den Wirtschaftsstandort Hamburg und erhielten wichtige Hinweise zur Eröffnung einer GmbH. Am gleichen Nachmittag trafen sich die Gäste aus Indien mit dem Ostasiatischen Verein (OAV) – ein wichtiger Akteur der deutsch-asiatischen Wirtschaftsbeziehungen.

Handelskammer Hamburg – Hansa-Zimmer

Im Treppenhaus der Handelskammer Hamburg

Ostasiatisches Liebesmahl

Der OAV war es dann auch, der für den Abend des 4. März zum 96. Ostasiatischen Liebesmahl lud, und ein Drittel der indischen Führungskräfte folgte dieser Einladung. Das Liebesmahl des OAV knüpft an eine Tradition aus dem 19. Jahrhundert an: Damals trafen sich in Asien Vertreter der deutschen Kaufmannschaft regelmäßig zu Herrenessen. In der Zeit des Ostasien-Geschwaders der Kaiserlichen Marine luden dessen Kommandanten bei Besuchen in den fernöstlichen Häfen die dortigen deutschen Kaufleute zu einem Abendessen an Bord ein, das nach preußischer Tradition Liebesmahl genannt wurde.

Zur 96. Auflage des Ostasiatischen Liebesmahls bot der große Festsaal des Hamburger Rathauses den feierlichen Rahmen für einen gelungenen Abend. Zwischen den einzelnen Gängen des Festmahls erläuterten verschiedene Redner – darunter der Erste Bürgermeister der Hansestadt Hamburg Olaf Scholz sowie der OAV-Vorsitzende und Vorstandsvorsitzende der Jungheinrich AG Hans-Georg Frey – ihre Sicht zur wirtschaftlichen Lage Asiens. Natürlich bot sich den Gästen auch reichlich Gelegenheit zu bilateralen Gesprächen. Die indischen Teilnehmer konnten einige sehr interessante Kontakte zu deutschen Unternehmen knüpfen.

Ostasiatisches Liebesmahl im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses

German-Indian Round Table

Einen weiteren Anlass zum Netzwerken bot der German-Indian Round Table (GIRT) Hamburg am Abend des 14. März. Der GIRT hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Indien zu fördern. Hierzu treffen sich alle zwei Monate Unternehmer und Führungskräfte zum Erfahrungsaustausch in zwangloser Atmosphäre. Zum GIRT am 14. März kamen etwa 50 Personen, darunter die 21 Führungskräfte aus Indien, die eine Präsentation zu ihrer Sicht der Möglichkeiten und Schwierigkeiten deutsch-indischer Zusammenarbeit vorbereitet hatten. Schnell entfaltete sich eine interessante und engagierte Diskussion zwischen den deutschen und indischen Teilnehmern, der zahlreiche bilaterale Gespräche folgten.

Gespräch während des GIRT

Gespräch während des GIRT

Die zahlreichen Kontakte, die die indischen Manager in Deutschland knüpfen konnten, sind ein sehr vielversprechender Start und es werden sicherlich einige Kooperationen zwischen deutschen und indischen Unternehmen aus diesem Programm hervorgehen.