Pilotgruppe Tunesien für vier Wochen in Deutschland

Drei Jahre nach dem Beginn des arabischen Frühlings hat sich die politische Lage in Tunesien stabilisiert und es wurden günstige Rahmenbedingungen für Investitionen aus dem Ausland geschaffen. Mit der Verabschiedung einer modernen Verfassung konnte Tunesien die erste Etappe des Transformationsprozesses  im Januar 2014 zu einem positiven Abschluss bringen. Nun wird eine Erho­lung der Wirtschaft – in diesem Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandprodukts von 3,7 Prozent – erwartet.

An diese wirtschaftlichen Erfolge Tunesi­ens konnten auch die Teilnehmer des Managerfortbildungsprogramms anknüpfen. Die 19 tunesischen Manager führten in den vier Wochen, in denen sie in Deutsch­land waren, Gespräche mit 63 potentiel­len Geschäftspartnern aus verschiedenen Branchen. Dabei kam es auch schon zu sehr konkreten Ansätzen für eine zukünf­tige Zusammenarbeit. Diese spiegeln sich auch in den Ergebnissen von zwei Teilneh­mern.

Das Gruppenprogramm fand bei allen Teilnehmern einen positiven Anklang. Sie betonten den abwechslungsreichen Mix aus interaktiven Trainings, Besuchen bei Unternehmen verschiedener Branchen und Networking-Veranstaltungen mit verschiedenen Verbänden und Handels­kammern. Sehr beeindruckt waren die tu­nesischen Manager von der Bedeutung des Mittelstandes für die deutsche Wirtschaft. Davon konnten sie sich ganz anschau­lich beim Besuch von familiengeführten Hidden Champions wie der Mankiewicz GmbH & Co. KG oder der Stulz GmbH überzeugen. Die tunesischen Manager wa­ren genau die richtige Zielgruppe für das Managerfortbildungsprogramm. Durch die Nähe zu Europa und die europäisch geprägte Ausbildung haben sie ähnliche Ansichten und Erfahrungen und können sich problemlos auf die Gegebenheiten in Deutschland einstellen. Damit können sie auch die neuen Informationen, die sie während des Programms gewonnen ha­ben, für sich gewinnbringend verarbeiten. Auf der anderen Seite waren die Teilneh­mer erstaunt, wie sehr sich Deutschland von Frankreich oder Italien unterscheidet.

Mit diesen beiden Ländern hatten die meisten Teilnehmer schon geschäftlich Erfahrungen gesammelt. Die tunesischen Führungskräfte zeigten sich in Deutsch­land sehr engagiert und offen für Neues. So konnten sie dazu beitragen, dass das Programm zu einem großen Erfolg wurde.

Das Pilotprogramm Tunesien fand seinen feierlichen Abschluss in einer Veranstal­tung im BMWi. Neben der Gruppe und Vertretern von Cognos International und der GIZ waren auch Ulrich Benterbusch, Referatsleiter im BMWi, Heiko Wildner vom Country Desk Tunisia des BMWi sowie Wacef Chiha von der tunesischen Botschaft vor Ort, um sich einen Ein­druck über die Ergebnisse der Pilotgruppe zu machen. Alle Seiten äußerten den Wil­len, das Programm zwischen Deutschland und Tunesien langfristig fortzusetzen.