Russlandtag in Rostock-Warnemünde

Am 1. Oktober 2014 veranstaltete das Land Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit der IHK Rostock und dem Ost-Institut aus Wismar den „Russlandtag“ im Hotel Neptun in Rostock-Warnemünde.  Das deutsch-russische Wirtschaftstreffen, zu dem mehr als 400 Teilnehmer aus Deutschland und dem Leningrader Gebiet rund um Sankt Petersburg (die Region ist einer der wichtigsten Handelspartner Mecklenburg-Vorpommerns) gekommen waren,  verfolgte das Ziel, den direkten Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen Unternehmen beider Länder zu fördern und damit die bereits guten Handelsbeziehungen weiter zu stärken. COGNOS International (jetzt Akademie International) besuchte die Veranstaltung mit russischen Teilnehmern des aktuellen Managerfortbildungsprogramms.

Ministerpräsident Erwin Sellering eröffnet den Russlandtag, Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hält eine Rede zu den Deutsch-Russischen Beziehungen

Mehrere Redebeiträge eröffneten das Programm des Russlandtages: Nach einführenden Worten von Ministerpräsident Erwin Sellering, gab der russische Botschafter in Deutschland, Wladimir M. Grinin, einen Überblick über die derzeitige wirtschaftliche Situation vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts. Die politischen Spannungen hätten zu schwindendem Vertrauen zwischen Deutschland und Russland geführt und drohten, die privilegierte Zusammenarbeit der letzten Jahre zu beschädigen, so der Gesandte. Momentan sei eine rückläufige Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern zu beobachten. Damit dieser Trend abgefangen werde, müsse der Dialog miteinander gesucht werden, bekräftigte Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der als Russlandexperte (Schröder ist derzeit Aufsichtsratsvorsitzender der Nord Stream AG, welche die Ostseepipeline zwischen Russland und Mecklenburg-Vorpommern unterhält) Ehrengast der Veranstaltung war. Anstatt alle Brücken aufgrund der momentanen Lage abzubrechen, solle man besser miteinander im Gespräch bleiben, so Schröder weiter. Gegenseitige Wirtschaftssanktionen würden stets beiden Seiten immens schaden, ergänzte er. In dieselbe Richtung ging auch die Rede von Aleksander Jurjewitsch Drosdenko, Gouverneur des Leningrader Gebiets. Er betonte, dass nicht die globale Politik, sondern die konkreten Beziehungen im Fokus des Wirtschaftsgeschehens stehen und diese sowohl weiterentwickelt als auch vertieft werden sollten.

Verschiedene Branchen- und Themenworkshops bieten Unternehmern aus beiden Ländern die Möglichkeit aktuelle Entwicklungen miteinander zu diskutieren

In diesem Sinne boten sich den Teilnehmern der regionalen Wirtschaftskonferenz im Anschluss an die Redebeiträge mit mehreren Branchen- und Themenworkshops gleich verschiedene Möglichkeiten, einander kennenzulernen und sich fachlich auszutauschen. Zu den angebotenen Branchenschwerpunkten  zählten die Maritime Wirtschaft, der Bereich Logistik und Hafenwirtschaft, der Sektor Energie und Energietechnik sowie die Branche der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft.  Die Themenworkshops fokussierten auf die Bereiche Import/Export,  Zölle und Steuern, Marktzugang und –entwicklung in Russland und Mecklenburg-Vorpommern und auf Fragen zum Gebiet Personal und Fachkräfte. Selbstverständlich bestanden während des Tages neben den festen Programmpunkten auch immer wieder Möglichkeiten zu intensiven B2B-Gesprächen im kleinen Kreis.

Die Teilnehmer des Managementprogramms haben dieses Event mit Begeisterung aufgenommen. Zum einen haben sie sich extrem wertgeschätzt gefühlt, zum anderen haben sie die Unterstützung der deutschen Wirtschaft in Bezug auf die schwierige Situation hautnah mitbekommen können. Außerdem kam ihnen sehr entgegen, dass sie mit wichtigen Vertretern aus der Wirtschaft auch informell in Kontakt kommen konnten. Viele Teilnehmer haben betont, dass sie ohne das Programm bzw. in Russland keine Chance hätten, eine Veranstaltung von diesem Rang zu besuchen. Bei der finalen Auswertung aller Programmpunkte wurde dieser Tag zu einem eindeutigen Highlight des gesamten Programms.